Grüner Gockel im Prodekanat

Aktueller Stand
Managementreview am 20. September

Der Prodekanatsausschuss hat in seiner Sitzung vom 20. September 2022 sowohl den vorläufigen Umweltbericht gewürdigt als auch das Umweltmanagementsystem für gut und geeignet befunden. Mit einem einstimmigen Beschluss wurde das Grüne Buch für das Prodekanat München-Süd in Kraft gesetzt.

"Allgemein lässt sich sagen, dass unsere implementierte Managementsystematik und die dazu gehörende und zum Teil neu geschaffene Dokumentation sehr geeignet erscheinen, um unsere Umweltpolitik umzusetzen und die gesetzten Zielsetzungen zu erreichen. Wir erwarten positive Auswirkungen innerhalb der Mitarbeitenden, unserer Klienten und der Öffentlichkeit, sowie mehr Transparenz.Schwachpunkte zeigten sich bei der Datenerfassung mit dem Grünen Datenkonto, da die individuell berechenbaren CO2-Verbräuche und die besonderen Gegebenheiten der Strom- und Wärmeversorgung noch nicht vollständig abgebildet werden können.

Die oberste Leitung dankt dem Umweltteam für seine engagierte Arbeit."
 

Internes Audit am 12. September

Beim Internen Audit im Gebäude des Prodekanates ging es um die Bestandsaufnahme dessen, was auf dem Weg zum Grünen Gockel erreicht und erledigt ist. Neben der Bearbeitung von Fragebögen wurde in den verschiedenen Räume Inventur gehalten. Manches ist bis zur Externen Prüfung noch zu erledigen; aber bei dem Elan, den das Umweltteam des Prodekanats an den Tag legt, wird das kein Problem sein.
 

Umweltprogramm

Der Prodekanatsausschuss hat in seiner Sitzung vom 30. Juni 2022 das Umweltprogramm, das - nach einer Portfolioanalyse Ende März - vom Umweltteam in drei Sitzungen beraten und erstellt wurde, diskutiert, gewürdigt und einstimmig beschlossen.
 

Bewertungsworkshop des Umweltteams

 

Schöpfungsleitlinien für das Prodekanat München-Süd

„Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte." (1. Moses 2, 15)

Aus unserem Bekenntnis zu Gott dem Schöpfer ergibt sich die Verantwortung für unsere Mitwelt. Darum gehen wir achtsam mit unseren Mitgeschöpfen um und setzen uns ein für Menschen, Tiere, Pflanzen, Klima und Lebensräume. Begrenzte Ressourcen – Energie, Wasser, Materialien – nutzen wir verantwortungsbewusst und effizient. Geltende Umweltgesetze und -vorschriften halten wir genauso ein wie unsere Selbstverpflichtungen.

In unserem Prodekanat sind wir eingebunden in ein kirchliches Netzwerk – im Süden der Großstadt München, in der bayerischen Landeskirche und den weltweiten Beziehungen, vor allem zu den Partnergemeinden in Tansania. Mit der Botschaft von der uns allen anvertrauten Schöpfung treten wir aktiv in Kontakt zu gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen in unserem Umkreis. Wir tauschen unsere Erfahrungen aus und sind dankbar für Anregungen und Ideen.  In unserem Prodekanat setzen wir Impulse und begleiten Prozesse, um generationsübergreifend Menschen zur Zusammenarbeit und Entwicklung innovativer Ideen zu bewegen.

Unsere Entscheidungen und Handlungen sind geleitet von dem Ziel, gesunde Lebensräume für unsere eigene und für künftige Generationen zu schaffen und zu sichern. Wir kaufen biologisch erzeugte, regionale und fair gehandelte Produkte ein. Wenn wir dabei zwischen Ökologie und Solidarität abwägen, spielen für uns diakonische Aspekte und partnerschaftliche Verbundenheit eine besondere Rolle.

Rund um das Bauwesen und bei Neuanschaffungen achten wir auf Energieeffizienz und die Umweltverträglichkeit von Materialien. Zur Dokumentation nutzen wir das Umweltmanagementsystem „Grüner Gockel“. Es ermöglicht uns die kontinuierliche Verbesserung unserer Umweltleistungen, indem wir fortlaufend alle umweltrelevanten Aspekte erheben, bewerten und Maßnahmen zur Verbesserung festlegen und darin auch unsere Gemeinden auf Prodekanatsebene unterstützen. Dabei lernen wir im Austausch innerhalb unserer Netzwerke aus Fehlern und nutzen Synergien.

Als verantwortlich Handelnde im Prodekanat gehen wir beispielhaft voran, um auch andere Personen, Gruppen und Einrichtungen zu umweltfreundlichem Handeln zu ermutigen. Hierzu suchen wir den Dialog auf Augenhöhe mit allen Verantwortlichen und Interessierten und sind stets offen für Anregungen und Kritik.

 

Treffen der Gemeinde-Umweltbeauftragten per Zoom im Dezember 2021

Bei diesem Vernetzungstreffen der Umweltbeauftragten und interessierten Teammitgliedern standen zum einen die Ergebnisse der Mitarbeitenden-Befragung auf der Tagesordnung, zum anderen die vorläufigen Schöpfungsleitlinien, die der Prodekanatsausschuss am 24. November 2021 beraten hatte.

Dabei zeigte sich, dass im Gemeindealltag vielfach Umweltbelange wenig berücksichtigt werden – manchmal sogar trotz eines Grünen Gockels in der Gemeinde. Doch sind ja bei allen umweltrelevanten Aktivitäten der Gemeinde, insbesondere jeglichen Bau- und Sanierungsmaßnahmen, bereits in der Planungsphase der/die Umweltbeauftragten mit einzubeziehen (lt. kirchlicher Bauordnung).

Vor allem die Hauptamtlichen in den Gemeinden und im Kirchengemeindeamt, aber auch die Kirchenvorstände vor Ort und Synodalen sind gefordert, dies im Blick zu behalten. Auch die Synodenbeschlüsse zu den neuen Klimaschutzzielen auf EKD-, ELKB- und Dekanatsebene sind hier richtungsweisend.

Entsprechend wurden bei dem Treffen konkrete Vorschläge erarbeitet, um die vorläufigen Schöpfungsleitlinien dazu noch einmal nachzuschärfen. Zudem diskutierte man bereits mögliche Maßnahmen für das Umweltprogramm des Prodekanates, um diese Aufgaben auf Gemeindeebene wirkungsvoller zu unterstützen.

 

Mitarbeitenden-Befragung

Wenn man bei sich ein Umweltmanagement einführen möchte, gehört es dazu, die Mitarbeitenden zu befragen. Daher wurden ab 12. November 2021 insgesamt 129 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitende angeschrieben, die auf Prodekanatsebene gemeindeübergreifend tätig sind. Mit einem zweiseitigen Fragebogen wurden sie um Auskunft zur ihrem Umwelt- und Klimaengagement in ihren Gemeinden und im Zusammenspiel mit Nachbargemeinden, dem Prodekanat, Dekanat und Kirchengemeindeamt gebeten.

Befragt wurden
alle Synodale nebst Synodalausschuss
Dekan, stellv. Dekanin, Assistentinnen im Prodekanatsbüro
alle Pfarrer:innen, Diakon:innen, Religionspädagog:innen und Sekretär:innen
alle Prädikant:innen und Lektor:innen
alle Kirchenvorsteher:innen (auf Subregionsebene vernetzt)
alle Umweltbeauftragten und ihre Teams (auf Prodekanatsabene vernetzt)
alle Missionsbeauftragten (auf Prodekanatsebene vernetzt)

Die ersten Fragen drehten sich – im Blick auf das Klimaschutzkonzept der ELKB – um die Mobilität, für die die Daten von 2019 abgefragt wurden, da das Mobilitätsverhalten im Jahr 2020 coronabedingt nicht repräsentativ war. Die meisten Befragten waren zu Fortbildungen (42,4 %) unterwegs, ein Drittel zu Ausschuss-Sitzungen (33,3 %) oder Beauftragtentreffen (30,3 %); ein Viertel zu Synodensitzungen. Weitere Aufgaben umfassten Gottesdienste, gemeindeübergreifende musikalische Aktivitäten, regionale Kirchenvorstandssitzungen, Pfarrkonferenzen, Miteinander der Berufsgruppen, Aktionen, Regionaljugendkammer, Infostände, Workshops, Arbeitsgruppen.

Bemerkenswert ist die hohe Kilometerleistung, die sich im Jahr 2019 allein bei den erfassten Personen auf über 42.000 km belief. Von diesen entfielen allerdings rund 31.250 km auf die Flugreisen im Zusammenhang mit der Partnerschaft mit Gemeinden in Tansania, die nur alle vier Jahre von Vertreter:innen aus unserem Prodekanat besucht werden – eben auch im Jahr 2019. Autofahrten (12 % der Strecken) kamen vor allem durch externe Fortbildungen zustande; ansonsten überwiegen die Nutzung von Fahrrad (7,3 %) vor den Öffentlichen Verkehrsmitteln (7,2 %) und immerhin knapp 700 km Fußwege (2 %).

Aus den Rückmeldungen kristallisierten sich einige Schwerpunktthemen des Umweltengagements der Gemeinden mit unterschiedlichen Ausprägungen heraus: Fast alle Gemeinden feiern die Schöpfung in Gottesdiensten und Andachten, oft mehrfach im Jahr, nicht selten auch im Freien. Mehrere Gemeinden kümmern sich um Artenschutz „rund um den Kirchturm“ und eine ökologische Gestaltung des Außenbereichs, in die vor allem auch Familien mit Kindern eingebunden sind.

Im technischen Umweltschutz stehen Strom und Heizung, deren effiziente Nutzung und Umstellung auf regenerative Energieträger (Photovoltaik) im Vordergrund und überhaupt alles rund um Gebäudeerhalt und –sanierung. Ein weiteres Anliegen ist Müll, insbesondere seine richtige Trennung und Vermeidung. Ebenso die Beschaffung, die manchmal auch durch eine eigene Beschaffungsordnung geregelt ist.

Der Bereich Umweltbildung wird mit einer breiten Themen-Palette durch Vorträge und Aktionen, Projekttage mit Kindern, Jugendlichen und Konfirmand:innenen sowie durch thematische Ausstellungen abgedeckt; dazu kommen regelmäßige Umwelttipps, die man über Homepages und Grüne Bretter verbreitet. Dabei gibt es zwischen einigen Gemeinden bereits einen regen inhaltlichen Austausch über einige Themen und man besucht sich gegenseitig bei Aktionen und Veranstaltungen.

Spannend für die Zukunft ist die Frage nach bewährten Kooperationspartner:innen. Kirchlicherseits findet man hier Ansprechpartner:innen auf den verschiedenen Ebenen von Landeskirche, Kirchengemeindeamt und Nachbargemeinden. Nichtkirchliche Ansprechparter:innen finden sich in den politischen Gemeinden, v.a. im Münchner Bezirksausschuss BA 19, Dr. Inga Meincke (Vorsitzende des Unterausschuss Umwelt), dazu die Gemeinde Neuried („Umwelttag Neuried“), Grünwald und Pullach. Hinzu kommen örtliche, Handwerksbetriebe (Heizung, Gärtner, Spengler) und als Multiplikatoren auch Spender für die Gemeinden. Hilfreich ist vielfach die Vernetzung mit anderen Initiativen und örtlichen Vertreter:innen von LBV, BN, Bayerischer Architektenkammer und weiteren Partner:innenn in der Bayerischen Klimaallianz, zu der auch die Kirchen zählen.

Mehr als die Hälfte der Befragten ist zufrieden bis sehr zufrieden mit dem Umweltengagement in ihren Gemeinden. Luft nach oben gibt es dennoch beim Herstellen von Öffentlichkeit im Rahmen von Gottesdiensten, Aktionen, Vorträge; Unterstützung durch Hauptamtliche und den Kirchenvorstand beim Einbeziehen von Umweltaspekten und der Kommunikation von Themen und Veranstaltungen.

Was Hemmnisse für den Grünen Gockel auf Gemeindeebene betrifft, war es während der vergangenen knapp zwei Coronajahre schwierigr, die Motivation in den Gemeinde-Umweltgruppen und –teams aufrecht zu erhalten. Der Einführungsprozess wird als zu bürokratisch für Ehrenamtliche gesehen. Als Hürden werden vor allem die Rechts- und Arbeitssicherheit-, Brand- und Arbeitsschutzbestimmungen wahrgenommen, die primär wenig mit Umweltmanagement zu tun haben.

Auch die Datenerhebung für das Grüne Datenkonto und das EcoMapping werden als aufwändig erlebt, ebenso das Entwerfen eines verbindlichen Umweltprogramms. Allerdings sind die gesetzlichen Anforderungen immer zu erfüllen – egal, ob eine Gemeinde den Grünen Gockel hat oder nicht. Auch die Erfassung der Verbrauchsdaten über das Grüne Datenkonto ist seit 1. Juni 2018 nach kirchlicher Bauverordnung für alle Gemeinden in der ELKB verpflichtend.

Im Freifeld für „Sonstiges“ fand sich Lob und Dank für die Umweltbeauftragten und ihre Teams, die oft auch namentlich benannt wurden. Man sieht die große Chance, durch Umweltengagement neue Zielgruppen anzusprechen und zu beteiligen, insbesondere Kinder, Jugend und Familien.

 
Nach Glasgow: Klimaneutralität auf allen kirchlichen Ebenen

Die aktuellen Klimamodelle weltweit sind eindeutig und prägten die Diskussionen der 26. Klimakonferenz in Glasgow (31. Oktober bis 13. November 2021): Das globale Klima wandelt sich deutlich schneller, als man es noch vor vier Jahren vermutete.

Das bei der Klimakonferenz in Paris vereinbarte 1,5°C-Ziel ist praktisch nicht mehr zu halten, da es in vielen Regionen bereits deutlich überschritten ist; selbst für das 2°C-Ziel greifen die global vereinbarten Maßnahmen zum Klimaschutz zu kurz. Dabei sind die Folgen bereits jetzt deutlich spürbar: Man denke an die Hitzesommer und verdorrende Bäume der letzten Jahre, die Sturzfluten und Verwüstungen im Ahrtal, und schwindende Gletscher in den Alpen, von denen die meisten bis Ende dieses Jahrzehnts bereits verschwunden sein dürften.

Unter dem Eindruck dieser Diskussionen beschloss am 10. November 2021 die EKD-Synode mit ihrer Präses, Anna-Nicole Heinrich, dass die EKD mit ihren Einrichtungen und den Gemeinden und Einrichtungen ihrer Gliedkirchen bis zum Jahr 2035 klimaneutral sein sollen.

Da hatte die Dekanatssynode bereits vorgelegt: Am 16. November 2021 tagte sie als „Nachhaltigkeitssynode“ hybrid im Evangelischen Forum mit rund zwei Dutzend online zugeschalteten Teilnehmenden. Sie beschloss einstimmig, das landeskirchliche Klimaschutzkonzept mit seinen Maßnahmen so umzusetzen, dass bis 2035 der Dekanatsbezirk mit seinen Gemeinden und Einrichtungen klimaneutral ist.

Eine dafür eingesetzte Steuerungsgruppe soll bis spätestens November 2022 eine „kohärente Gesamtstrategie“ erarbeiten, und zwar mit Hilfe eines „breiten und transparenten Beteiligungsprozesses“.

Kurzfristig möchte man seitens des Kirchengemeindeamts ein 10-Dächer-10-Heizungen-Programm in bereits ins Auge gefassten Gemeinden umsetzen. Mittelfristig ist eine Unterstützung aller Gemeinden des Dekanats beim Erfassen der Rechnungsdaten im Grünen Datenkonto ebenso angedacht, wie vorbereitende Beschlussvorlagen für die Dekanatssynode bereits bevor die Gesamtstrategie Ende 2022 steht.

 

EcoMapping am 16. Oktober 2021 erfolgreich durchgeführt

Ein Vormittag mit bunten Stiften und Raumplänen. Und der Suche nach Lichtquellen, Steckdosen, Wasseranschlüssen, richtiger Kühlschranktemperatur, Platz für eine Regentonne.

Ein Vormittag mit einer heiteren und eifrigen Zusammenarbeit von Ehrenamtlichen im Prodekanat.

Mit dabei war Ariane Dreisbach vom Bayrischen Rundfunk.

Hier ihr Beitrag zum Lesen.

 

Das Umweltteam des Prodekanates hat sich am 10. September 2021 konstituiert

 

Mit sieben Engagierten aus sieben Gemeinden hat das neue Umweltteam des Prodekanats seine Arbeit aufgenommen, um dieses Unterfangen vorzubereiten. Beim konstituierenden Treffen wurden die ersten vier der zehn Schritte zur Einführung des Grünen Gockels geplant.

Dabei war die Frage leitend, wie das Prodekanat das starke Engagement für Umwelt- und Klimaschutz in seinen elf Gemeinden fördern und damit haupt- und ehrenamtliche Kräfte besser bündeln kann. Zusammen mit dem Dekanat und dem Kirchengemeindeamt gilt es, Wissen und Erfahrungen nutzbringend verfügbar zu machen: Was sind gute regionale Kooperations- und Ansprechpartner:innen für Gemeinde-Projekte z.B. im Rahmen des landeskirchlichen Klimaschutzkonzepts? Was war erfolgreich und hat sich bewährt – und was vielleicht nicht? Wo gibt es welche Fördermitteln und wie beantragt man sie?

Für die Bestandsaufnahme zu Beginn ist eine gute Datenbasis zum Stand der Dinge - auch in den Kirchengemeinden - nötig. Dafür unterstützt das Umweltteam diejenigen Gemeinden, die noch nicht mit dem Grünen Datenkonto ihre Verbrauchsdaten erfassen – wozu seit der Novelle der landeskirchlichen Bauverordnung vom 1. Juni 2018 alle Gemeinden verpflichtet sind. Die Kennzahlen des Prodekanatsgebäudes an Wärme, Strom, Wasser, Abfall und Papier werden über Abrechnungen erhoben.

 

Grüner Gockel im Prodekanat München-Süd am 14. Juli 2021 beschlossen

Die Landessynode hat bereits im April 2009 empfohlen, Umweltmanagementsysteme wie den "Grünen Gockel" möglichst flächendeckend einzuführen. Durch sie wird ein Qualitätszirkel geschaffen, der zu schöpfungsbewusstem Handeln einlädt und kontinuierliche Wachsamkeit für die Umwelt garantiert.

In einigen Kirchengemeinden gibt es seit Jahren aktive Umwelt-Arbeitskreise. Hier wirken unterschiedliche Interessen- und Expertengebiete in einem fruchtbaren Miteinander zusammen. Fragen von Heizung, Licht und Elektrizität, umweltfreundlichen Putzmitteln, Tierschutz und Verwendung von einheimischen Pflanzen, Kochen mit regionalen Bioprodukten – all das wird diskutiert und umgesetzt.

Die Prodekanatssynode hat am 14. Juli 2021 über folgenden Antrag entschieden:
Das Prodekanat München Süd führt das Umweltmanagementsystem „Grüner Gockel“ ein, um in seinen Gemeinden und Einrichtungen die erforderlichen Maßnahmen für Klimaneutralität bis zum Jahr 2035 nach außen hin sichtbar, verbindlich und wirkungsvoll zu unterstützen. Die Kosten für den Einführungsprozess und die Zertifizierung des Grünen Gockels liegen bei ca. 1.200 € (Materialien, Auditorin, Prüfung durch externen Revisor); 50 % davon trägt die Arbeitsstelle Klimacheck & Umweltmanagement (die auf den Beschluss hin einen Vorschuss in Höhe von 500 € gewährt), 50 % werden aus den Bedarfszuweisungen für 2022 entnommen.

Antragsbegründung:
Wir glauben, dass Gott diese Welt und alles Leben auf ihr geschaffen hat und liebt. Dabei sind wir getragen von der Hoffnung, Gott selbst wird diese Welt bewahren und vollenden. Im Vertrauen darauf nehmen wir unsere Verantwortung für die Zukunft unserer eigenen Lebensgrundlagen wie die unserer Kinder und nachfolgender Generationen auf der Erde wahr.
Umweltwissenschaftler weltweit warnen, dass sich Prozesse wie Klimawandel, Artenschwund, Ressourcenübernutzung und Umweltverschmutzung noch stärker beschleunigen, als noch vor wenigen Jahren angenommen. Schmelzendes Polareis, schwindende Gletscher und zunehmende Wetterextreme auch bei uns in Bayern erfordern ein rasches Umsteuern. Um das 1,5°C-Ziel des Pariser Klimaabkommens einzuhalten, bleiben global nur noch drei bis vier Jahre, dann ist das CO2-Budget aufgebraucht; um das 2 °C-Ziel zu halten und wichtige Kipp-Punkte des Weltklimas nicht zu überschreiten, müsste Deutschland bis 2035 klimaneutral sein.
Mit Hilfe von gezieltem Umweltmanagement wollen wir daher auf organisatorischer Ebene das Mögliche dazu tun, um in unseren Gemeinden und Einrichtungen umzusteuern:
• In einem Umweltprogramm für das Prodekanat setzen wir uns gemeinsame und verbindliche Ziele, um schnellstmöglich die nötigen Schritte zur Klimaneutralität im Prodekanat zu gehen, die wir bis spätestens 2035 erreichen wollen.
• Mit einem gemeindeübergreifenden Umweltteam bündeln wir die Erfahrungen der sechs „Grünen Gockel“ im Prodekanat, um sie allen Gemeinden verfügbar zu machen und organisatorisch zu unterstützen.
• Durch Vernetzung vor allem der Umweltbeauftragten und ihrer Teams in unseren Gemeinden sorgen wir dafür, dass gute Anregungen, bewährte Maßnahmen und Kontakte für alle im Prodekanat zugänglich und nutzbar gemacht werden.
• Um eine Datenbasis zu schaffen, unterstützen wir die Gemeinden in unserem Prodekanat bei der ohnehin verpflichtenden Erhebung ihrer Verbrauchszahlen mit dem Grünen Datenkonto (s. Bauverordnung §16 vom 1.6.2018).
• Für die Maßnahmen arbeiten wir eng abgestimmt mit den zuständigen hauptamtlichen Stellen im Kirchengemeindeamt und im Landeskirchenamt zusammen.

Mit sechs zertifizierten „Grünen Gockeln“ hat unser Prodekanat die höchste „Gockeldichte“ in der EKD; es ist damit für ein Umweltmanagement auf Prodekanatsebene optimal gerüstet. Daher kann die Einführung des Umweltmanagements vergleichsweise wenig aufwändig und zügig (bis spätestens Frühjahr 2022) erfolgen. Mit der Zertifizierung des gesamten Prodekanats übernehmen wir auch Vorbildfunktion für entsprechende Prozesse im Dekanat München und der Landeskirche insgesamt. Als Auditorin für die Einführung des Umweltmanagements steht aus der frisch zertifizierten Passionsgemeinde Dr. Nicole Schröder-Rogalla zur Verfügung.

Mit 15 Ja-Stimmen, 4 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen wurde der Antrag angenommen.